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Rückblick Tourismus ohne Gletscher

Kommen Touristen nur wegen der Gletscher in die Berge? Die Antwort ist Nein. Dies ergab eine Online-Diskussion von Fachleuten aus den Bereichen Tourismus, Transport sowie Wissenschaft.

Konkret belegen konnte dies für Engelberg auch Frank Emde, Geografie-Lehrperson an der Stiftsschule Engelberg. Deren Schülerinnen und Schüler hatten während fünf Jahren Touristen in Engelberg zu ihren Besuchsgründen befragt. Das Resultat: Vor allem Gäste aus Asien kommen nach Engelberg um «once in a lifetime» Schnee zu erleben.

Aber auch dieser könnte Mangelware werden. Gemäss Klimaszenario des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz für Engelberg stiegen die Temperaturen in Engelberg seit 1864 um 2 Grad. Die Anzahl Frosttage reduzierte sich seit 1961 um 60 Prozent.

Das könnte zu Problemen mit der Beschneiung führen, weil es zu warm ist. Hier der Link zu den Auswertungen. Je länger je mehr komme auch starker Wind auf, der immer häufiger zu Einstellungen des Bahnbetriebs führe.

Die Anstrengungen der Bergbahnen zur Vermeidung von Treibhausgasen haben zugenommen. Pistenfahrzeuge werden nur noch punktuell und sehr gezielt eingesetzt. Genutzt wird Energie aus Wasserkraft und die Gebäude der Brunni-Bahnen sind mit der Renovation und dem Einbau von Photovoltaikanlagen noch energieeffizienter. Der Titlis werde dieses Ziel mit dem geplanten Neubau auch erreichen.

Bei Hotels und Restaurants könnte ein regionaler Einkauf von Produkten einerseits als USP gegenüber den Gästen ausgewiesen werden und würde auf der andere Seite CO2 einsparen.

Die Gemeinde Engelberg – mit dem Energielabel «Energiestadt» ausgestattet – habe seit 2011 einiges dafür unternommen. Dies vor allem bei Gebäuden, der Strassenbeleuchtung und in der e-Mobilität. Daneben laste aber der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren schwer auf ihren Schultern.

Einige Diskussionsteilnehmer wünschten sich, dass die Region den Fokus vermehrt auch auf einen nachhaltigen und attraktiven Sommer-Tourismus setze. Zum Beispiel mit einem grösseren Angebot für Mountainbiker oder Wanderer. Allerdings müsse man darauf achten, dass der Druck auf die Natur nicht zu gross werde. Ein Miteinander von Tourismus, Landwirtschaft und der Natur sei hier sehr wichtig.

Nicht die Natur/Landschaft müsse sich anpassen, sondern der Tourismus. Dazu wurde denn auch ein Konzept durch die involvierten Parteien angeregt. Die Gästezahlen weisen allerdings aus, dass Engelberg stark von asiatischen Gästen abhängig ist. Deren Absenz kann durch die Gäste aus der Schweiz nicht kompensiert werden.

Bezüglich Nachhaltigkeit stellte Dr. Monika Bandi Tanner, Co-Leiterin Forschungsstelle Tourismus, Uni Bern, fest, dass das Thema wieder vermehrt in den Fokus der Touristiker rücke. Dies sei auch dringend notwendig. Denn der Tourismus sei mitverantwortlich für die Treibhausgasemissionen.

Dr. Mathias Huss, Leiter Schweizer Gletschermessnetz, ETH Zürich

In seiner Videopräsentation zeigt Dr. Huss die aktuelle Situation der Titlis-Region auf.

Hier wird wohl bis 2070 der gesamte Gletscher weggeschmolzen sein wird.

Dies wird weitreichende Folgen für den Tourismus, den Wasserhaushalt, die Naturgefahren und nicht zuletzt auf den Anstieg des Meeresspiegels haben.

Dr. Monika Bandi Tanner, Co-Leiterin Forschungsstelle Tourismus, Universität Bern

In ihrer Präsentation ging Dr. Monika Bandi auf die Chancen und Risiken des Klimawandels für den Tourismus ein. Sie forderte die Touristiker dazu auf, ihre Verantwortung wahr zu nehmen und Angebote zu gestalten, die weniger Treibhausgasemissionen generieren.

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